Wiener Neustadt, Bibliothek im Zentrum
Gedichte zu schreiben, bedeutet heute womöglich mehr denn je die Quadratur des Kreises, so jedenfalls empfinde ich es.
Für Verlage ist das Genre ökonomisch betrachtet uninteressant, Publikum und Kritik sind irritiert, weil Regeln zur Verdichtung der Sprache aufgegeben und die Kriterien für die Beurteilung ihrer Qualität der Freiheit der Kunst überlassen wurden.
Gedichte zu schreiben, die berühren, ist Herausforderung und Chance zugleich, gerade in einer Zeit, in der die Aufmerksamkeitsspanne immer kürzer wird: sich einen Moment, eine Gedichtlänge lang, auf eine Pause einlassen, die Eindrücke der Wirklichkeit in die Musikalität der Sprache und deren Rhythmus verwandelt finden und in einem vielschichtigen Text auf Wahrnehmungen stoßen, die irgendwann einmal als Einsicht verinnerlicht werden können.
Lyrik ist Magie der Sprache in ihrer höchsten Form.
Bibliothek im Zentrum / Frau Ullmer
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